Was ist Rückstau?

Bei schweren Niederschlägen steigt der Wasserpegel über die so genannte Rückstauebene. Gemeint ist dabei meist die Höhe der Straßenoberkante, auf der das Wasser ungehindert abfließen kann. Tieferliegende Räume im Souterrain oder Keller werden dadurch schnell geflutet. Die Folge: Schäden durch unbrauchbar gewordene Bodenbeläge, Möbel oder Elektrogeräte, triefend nasser Hausrat sowie jede Menge Ärger und Kosten für die Hausbewohner.

Öffentliche Misch- und Regenwasserkanäle können aus wirtschaftlichen Gründen nicht so dimensioniert werden, dass sie jeden außergewöhnlichen Regen einwandfrei ableiten können. Bei starkem Regen muss daher mit Stau im Kanal und Rückstau in den Anschlussleitungen gerechnet werden.

Weitere Gründe für Rückstau können sein:

  • Verstopfung, Rohrbrüche, Pumpenausfall oder Kanalschäden
  • Hochwasser im Vorfluter (Bach oder Fluss)
  • Absperrung oder Umleitung des Kanals wegen Reparaturarbeiten
  • Verstärkter Abwasserzufluss durch Kanalspülungen, Feuerwehreinsätzen oder durch zusätzliche, nicht vorgesehene Anschlüsse an das Kanalnetz

Lösung:

Entwässerungsanlagen wie Bodenabläufe, Waschmaschinen, Waschbecken, Duschabläufe (Grauwasser) oder Toiletten (Schwarzwasser), die unterhalb der Rückstauebene liegen, müssen wirkungsvoll und dauerhaft gegen Rückstau geschützt sein. So können Abwasserleitungen mit freiem Gefälle zum Kanal durch einen Rückstauverschluss abgesichert werden. Liegt der öffentliche Kanal höher als die Ablaufstelle, muss das Abwasser mit Hilfe einer Hebeanlage nach oben gepumpt und deren Leitung mit einer Rückstauschleife gesichert werden.

Einsatzmöglichkeiten

Rückstausicherungen können einerseits für die Absicherung einzelner Ablaufstellen (Waschbecken, Kellerablauf, Notüberlauf, usw.), andererseits für die zentrale Absicherung ganzer Gebäude bzw. Gebäudeteile, beispielsweise durch einen Rückstauschacht eingesetzt werden. Drei unterschiedliche Einbauvarianten stehen dabei zur Verfügung:

Freiliegender Einbau

Beim freiliegenden Einbau wird der Rückstauverschluss oder die Hebeanlage als sogenannte Überflurvariante verbaut. Das bedeutet den Anschluss an eine freiliegende („Überputz-„) Abwasserleitung. Diese Einbaulösungen sind besonders vorteilhaft für die Sanierung.

Einbau in die Bodenplatte

Besonders beim Neubau bietet sich der homogene Einbau in die Bodenplatte eines Gebäudes an. Neben ästhetischen Aspekten ist hier vor allem der Wohnraumgewinn ein entscheidender Vorteil. Für den Verbau in sogenanntem WU-Beton (wasserundurchlässiger Beton) gibt es entsprechende Abdichtungssets für den Schutz vor drückendem Grundwasser.

Einbau vor dem Haus

Sowohl für Neubau, als auch für die Sanierung geeignet ist die Installation eines Rückstauverschlusses oder einer Hebeanlage in einem Schacht vor dem Haus. Neben dem  Gewinn an Wohnraum ergibt sich in diesem Fall – beispielsweise durch den vollständigen Ausschluss von Pumpgeräuschen – eine Erhöhung des Wohnkomforts.